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c´t 6/1999 www.heise.de/ct

MediaFocus

 
 

Die Funktionen einer TV-Tuner-Karte findet man analog auch bei PCI-Karten mit einem Satelliten-Tuner. Teilweise sind sie um die besonderen Gegebenheiten des Satellitenempfangs erweitert. Der Suchlauf scannt zum Beispiel zweimal, einmal mit horizontaler und einmal mit vertikaler Polarisation. Zudem kann man mehrere Senderlisten abspeichern, um nach einem Wechsel des Satelliten nicht erneut scannen zu müssen. Sinnvoll ist die Möglichkeit, die Senderlisten manuell sortieren zu können. Auch an die Auswahl verschiedener LNBs nach dem Standard DiSEqC 1.0 wurde gedacht. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, den Antennenpositionierer `TechniFocus AP´ mit der Tuner-Software zu steuern.

Die Zusammenarbeit mit einer Grafikkarte mit Banshee-Chip wird brüskabgelehnt, da diese angeblich kein Overlay unterstütze. Mit einem neuen Treiber, der auf www.technisat. de bereitsteht, arbeitete die Sat-Karte dann auch mit diesem Grafikchip zusammen, sofern man den Desktop nicht höher als1024 x 768 einstellte. Zusammen mit einer Millenium G200 läuft die MediaFocus zufriedenstellend. Für Fullscreen muß man allerdings selbst den Desktop auf800 x 600 einstellen; nur der Mauszeiger ist gelegentlich zerpixelt. InKombination mit einer Riva-TNT-Grafikkarte waren TV-Bild und Mauszeigerfehlerfrei.

Der Videoeingang ist ein Kombinationsanschluß, an dem sich sowohl S-VHS alsauch FABS-Signale einspeisen lassen. Außerdem liegen hier Audio-Ein- undAusgänge an. Die nötigen Adapterkabel, die diesen Anschluß auf die Standardbuchsen für S-VHS und Cinch umsetzen, muß man sich separat im Fachhandel besorgen.

Der Videotextdecoder ist in die Sat-Applikation integriert. Er schaltet des TV-Fenster aus, man kann also nicht gleichzeitig TV und Videotext benutzen. Abgesehen von einem Hintergrundspeicher für schnellen Zugriff gibt es keine Besonderheiten. Das Öffnen mehrerer Videotextseiten gleichzeitig ist nichtmöglich.

Für das Capturen von Standbildern und Videos ist das leistungsfähigeVidCap32 zuständig, dessen Konfigurationsmöglichkeiten wir bereits bei der miroVideo PCTV pro gewürdigt haben. Da die Tuner-Karte anstelle des Brooktree-Decoders einen ITT-Baustein einsetzt, werden die effizienten YUV-Formate leider nicht angeboten, man muß daher auf RGB15 ausweichen. Capture war dadurch auf unserem System nur bis zur Videogröße 320 x 240 möglich. Bei356 x 288 gab es bereits 60 Prozent gedroppte Frames, wenn man gleichzeitig einen 22-kHz-Stereoton mit aufzeichnete. Einziger Vorteil des ITT-Bausteins: Man kann nicht nur aus einer begrenzten Anzahl von Bildgrößen auswählen, sondern auch das Format pixelgenau einstellen. Software zum Einsatz unter NT 4.0 soll in Vorbereitung sein.

Quelle: c´t 6/1999 www.heise.de/ct