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CeBIT 2004

Der Hackl Schorsch und die Technik

Wie wir auf der CeBIT die Technik eines Rennrodels kennen lernten, und was sonst noch Interessantes zu sehen war. Die Anfahrt mit dem Auto war problemlos möglich. Es gab nur kurz einen Stau kurz vor der CeBIT, den wir gerne in Kauf nahmen, um zu unserem beliebten Parkplatz Süd 1 zu kommen. Man kommt von dort schnell wieder auf die Autobahn und hat es recht kurz zum Eingang Süd. Eintritt 36 Euro – am Eingang Süd steht auch niemand mit „günstigeren Karten“. Es war wie üblich CeBIT Wetter – sprich – erst Sonne dann Regen und wie immer Wind! Die Hallen waren gut gefüllt und nicht überfüllt. Freitag erweist sich immer mehr als der beste Tag für die CeBIT, da die Standbesatzungen noch recht frisch und aufgeschlossen sind. Was gab es zu sehen? Wireless! Jeder Stand und jedes Teil hatte irgendwo das Wort „Wireless“ aufgedruckt. Es wird gefunkt bis die Mikrowelle neidisch wird. Die Produkte machten alle einen ausgereiften Eindruck. Letztes Jahr war das noch nicht so. Der Standard ist zurzeit bei 11g also einer Bruttoübertragungsrate von 54MBit. Wir bewunderten Digitale Überwachungskameras, die direkt an das Wireless Lan angeschlossen werden. Axis und Mobotix sind hier führende Hersteller. Das Thema Voice Over IP also das telefonieren über das Internet ist wieder im kommen. Generell war aber das Wort „Internet“ nicht mehr zu sehen. Alle Geräte sind „Netzgeräte“, die alle auf IP – also dem Internetprotokoll – basieren.

Was überall zu sehen war: Die Röhre ist weg vom Fenster – ich habe auf dem kompletten Rundgang durch die CeBIt einen! Röhrenmonitor bewusst wahrgenommen. Der Rest ist LCD, Plasma oder Beamer. Wobei die Größe der TFTs mit 55 Zoll im Vergleich um Vorjahr atemberaubend ist.

Womit wir wieder bei Georg Hackl sind. Der Gute hatte einen PR-Termin bei AOC, einem recht unbekannten Monitorhersteller. AOC wusste mit dem Schorsch wohl nichts anzufangen, also stellten sie Ihm einen Hocker und einen Stehtisch hin und fertig. Er stand also außerhalb des eigentlichen AOC Standes und schrieb völlig unbeachtet von aller Welt tapfer Autogrammkarten. Wir haben Ihn dann doch mal nach der Technik des mitgebrachten Rennrodlers gefragt und erfuhren, wie so ein Ding zu lenken ist. Nach Mitnahme eines Autogramms und um wichtige technische Informationen reicher, überließen wir den Hackl seinem Schicksal…

Weiter ging es zu Dictanet – einer Firma, die sich Marktführer für Diktatsoftware nennt. Die Mitarbeiter auf dem Stand waren eine Mischung aus Arroganz, Langeweile und Desinteresse. Es waren dafür aber doppelt so viele Mitarbeiter als Präsentationscomputer zu sehen. – na ja – da gab es leider nichts wirklich Neues zu sehen – ich wünsche dem Laden dennoch viel Glück… werden sie brauchen…

Gehäuse sind klein und kompakt – die größeren Gehäuse haben dafür oftmals einen Tragegriff – das ist doch irgendwie praktisch. Shuttle Gehäuse und Neovo Monitore waren sehr oft zu bewundern.

Devolo zeigte eine Powerlan Lösung – dLan genannt. Wir konnten mit einem Entwickler sprechen, der uns sehr kompetent über sein Produkt informierte – das werde ich bei Gelegenheit austesten. Ist doch eine nette Idee – jeweils einen Knubbel in vorhandene Steckdosen, gesteckt und von Knubbel zu Knubbel Daten übertragen. Reichweite ist bis zu 200 m und einzig Dimmer sollen ein Problem bedeuten.

D-Link war relativ groß vertreten, und wurde für kleinere Installationen sehr gelobt. Lancom hatten einen kleinen Stand – und stellten auch eine VoIP Lösung vor. Bei ATI konnten wir uns kurz vom Stand aktueller Grafikkarten und Ihrer Leistung überzeugen. Die Halle war allerdings überfüllt mit Multimedia – was uns schnell vertrieb – der Radau ist nicht auszuhalten. Finereader bzw. Abbyy haben die Preise für Texterkennung erschwinglich gemacht. Fujitsu ist der Partner für Einzugsscanner. Es gibt Formreader, -filler und Finereader. Software wurde uns dann auch bei Mindjet vorgeführt, einem Programm um Gedanken sinnvoll zu ordnen.

Nach einer spannenden Vorführung letztes Jahr, haben wir dieses Jahr zufällig die Firma Xibernaut gefunden. Die Vorstellung eines "wearable" Computers, also einem Computer, den man "anziehen" und mit sich rumtragen kann war durchwachsen. Das HeadupDisplay kann 640x480 Bildpunkte darstellen, die Akkulaufzeit beträgt zwei Stunden und richtig kompakt ist das auch nicht. Wobei mir in diese Richtung durchaus UMTS Anwendungen einfallen würden...

Obligatorisch wurde das Mittagsmahl bei der Nordsee eingenommen und eine kurze Pause in der Halle des IF-Design gemacht. Nach der Pause ging es weiter durch riesige Hallen mit riesigen Ständen, die alle irgendwie protzig daherkamen, aber nicht gut besucht waren.

Videobearbeitung ist ein Thema für alle geworden. Selbst Tobit, eine Firma die uns normalerweise mit Faxware beglückt stellte einen schlauen Videobearbeiter vor. Toshiba zeigten neue Stromversorgung (Methanol) und Bildschirmtechnik (OLED), eine kleine Festplatte (0,85 zoll mit 4 GB) und allerhand Notebook. Die Desktops und Server von Toshiba werden in Europa nicht mehr vertrieben. Interessant war, dass neben Toshiba mehrere Anbieter 3D Bildschirmlösungen zeigten. Man kann mit diesen Monitoren 3D Bilder ohne die übliche Brille sehen. Das könnte noch spannend werden.

Ein bedenkliches Thema, RFID war schon sehr weit verbreitet. RFIDs sollen in Zukunft die Barcodes ablösen. RFIDs sind billige Schaltkreise, die mit beliebigen Produkten verbunden werden können. Produkte mit diesen RFIDS können dann aus einer gewissen Entfernung identifiziert werden. Die Auswirkungen dieser Technologie sind noch nicht abzusehen, sie wird aber sicherlich logistische Vorteile und datenschutzrechtliche Nachteile mit sich bringen. RSA wollten eigentlich eine RFID Spammer zeigen, wir haben Ihn aber nicht gefunden…

Zum Schluss noch ein paar kurze Gedankensplitter: Die Standbesatzungen waren kompetent und nicht zu „luftgepumpt“. Es war eine sehr angenehme CeBIT – nicht zu voll und gut gegliedert. Erwachsene Produkte – keine Vaporware, die sich in Nebel auflöst, wenn man nachfragt. Mäuse sind optisch, Taiwan zeigt innovatives. CTX gibt Wasser für Kreditkarten. Es gibt nur noch XP. Centrino ist überall. TablettPCs sind tot. Touchscreens können interessant sein. ADAC nimmt Toughbooks von Panasonic, JVC hat zur Zeit das kleinste vollwertige Notebook, Sony das dünnste. Heise war wie immer überfüllt und der Hackl Schorsch ziemlich alleine…

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